Live Reviews

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The Pit.de

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Bericht vom Metal Franconia Festival 2014

Jetzt gibt es einen krassen Stilwechsel in Dettelbach: Post-Metal oder Doom Metal haben sich Absent/Minded auf die Fahnen geschrieben. Das Quartett aus Bamberg muss sich im ersten Moment damit abfinden, dass die Festivalbesucher eher auf Feiermusik eingestellt sind, als auf schwere Musik mit unkonventionellen Texten, die stark zum Nachdenken anregen. Die Band dreht natürlich trotzdem gleich voll auf und vor allem Fronter Steve entpuppt sich als jemand, der völlig die Kontrolle verlieren kann. Wie von Sinnen springt er barfuß über die Bühne, krümmt sich, fällt auf die Knie, taumelt und erliegt völlig der Rhythmik.

Diese Hingabe färbt auch schnell auf die Zuhörer ab. Nach und nach drängen sich mehr Leute am Absperrgitter um die krasse Performance, die gerade abgeht, zu beobachten. Die Musik der Truppe, die übrigens in diesem Jahr ihr fünfjähriges Jubiläum feiert, ist sehr schwer zu katalogisieren. Am ehesten kann man sie wohl noch mit Bands wie Bethlehem vergleichen. Allerdings habenAbsent/Minded deutlich sinnvollere Texte. Steve schreit sich schwere und düstere Thematiken aus dem Hals und dazu passt die Musik wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Düster, melancholisch, apathisch und lähmend wirken die drückenden Riffs und Beats auf den Zuhörer. Dazu malt die abwesende Performance des Sängers ein beängstigendes Bild. Absent/Minded sind ganz großes Kino, aber sie werden sicherlich nicht jeden Metalfan mit ihrer Musik erreichen können. Müssen sie aber ja auch gar nicht.

Setlist:

  • To Unsnare
  • 3 Letters Code
  • Arktic
  • Ghosttower
  • God Of Lie

Disctopia.de – Spotlight: Absent/Minded

8. Oktober 2011 – ein wunderbarer Tag. Viel zu lange vergangen. Die Erinnerungen verschwinden hinter dem Vorhang des Vergessens. Doch eines scheint haften zu bleiben. Auf dem diesjährigen Way of Darkness durfte ich eine sympathische Band für mich entdecken und auch knapp einen Monat später ist noch nichts von der Begeisterung verloren gegangen.
Die Rede ist von Absent/Minded, eine junge Truppe aus Bamberg (Bayern), die sich einer sehr interessanten Mischung aus Doom und Death Metal verschrieben haben. Und genau diese möchte ich heute vorstellen.

Meiner Meinung nach gibt es kein authentischeres Mittel der Bewertung als die Live Performance einer Band. Kein Album und auch kein Interview kann mit einem Liveauftritt konkurrieren. Dieser empfindlichste und auch ehrlichste Moment im Leben einer Band sagt mehr aus als alles andere. Einmalig und unwiderruflich. Nicht perfekt abgemischt und auch nicht unter bekannten Bedingungen perfekt vorbereitet. Nun, umso schwieriger wenn man den Opener Slot erwischt hat und dies für die meisten sicherlich der erste Eindruck einer zuvor unbekannten Band war. Ich musste mir zumindest den Wecker im Zelt stellen, um nicht den – zu kurzen – Auftritt um 11 Uhr am Samstag zu verpassen. Neben dem Disctopia Team war es sehr überschaubar in der Halle. Ein paar auf Nahrung Suchende irrten umher, genauso wie nach Wärme lechzende lungernde Gestalten.

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Und dennoch. Absent/Minded kamen auf die Bühne und versprühten eine Motivation und Energie, die nur jungen Bands vorbehalten zu sein scheint. In den zwanzig Minuten Spielzeit gab es das halbe – und einzige – Album der Band “Pulsar” zum Besten. Steven am Mikro stürmte umher auf der Bühne und verlieh den Songs einen unglaublich interessante Komponente. Eine Komponente  der angesprochenen Authentizität. Ja, Absent/Minded stehen der Liebe zur Musik wegen auf der Bühne. Kein Zweifel. Ein wunderbares Konzert zu einer viel zu undankbaren Zeit. Die Truppe hat das Beste daraus gemacht und garantiert auch ein paar zufällig Anwesende in den Bann gezogen.
Dieser Augenblick an einem kalten Samstagmorgen  führt mich nun zu diesem Artikel.
Absent/Minded machen eine sehr interessante Mischung aus Doom Metal und Death Metal. Erstaunlicherweise vertragen sich diese beiden Stilrichtung ganz hervorragend und harmonieren auf eine unbekannte Art und Weise. Dabei schwenkt die Band zwischen schwerfälligem Doom Metal á la My Dying Bride wie beim Intro von “God of Lie”, nur um Sekunden später in den Death Metal in seiner astralsten Form einzutauchen. Schnelle, donnernde Riffs getragen vom wummernden Gesang. Dieser Stilwechsel innerhalb der Songs funktioniert gar so wunderbar, das es fast schon eigenartig anmutet und die Frage aufwirft, warum den nicht mehr Bands ein ähnliches Crossover zelebrieren. Dabei macht die gesamte Bamberger Formation einen ordentlichen Job. Angefangen von Michael am Bass über Uwe an der Gitarre bis zu Jürgen an den Drums.
Mein Favorit indes ist “God of Lie”, wo ich vor allem den klaustrophobische Mittelteil herausheben möchte. Zugegeben, die lyrische Verpackung an dieser Stelle ist nicht außergewöhnlich, aber diese beklemmende Stimmung während der Strophe flashte mich beim Konzert vollständig weg:

I cant breath
I cant see,
in this Cage,
is everything dark to me

Auf den Aspekt der Lyrik gekommen, lässt sich sagen das Absent/Minded vor allem eine einfache Wortwahl nutzen. Allgemeine Begriffe, die nicht unbedingt sonderlich eloquent wirken, prägen das lyrische Bild der meisten Songs. Dennoch gelingt es stets eine dichte Atmosphäre zu erzeugen und den Songs ausreichend Leben einzuhauchen, das selbst die doomigen Phasen die Songs nicht vernichten. Dabei bleibt häufig das Rätsel der lyrischen Botschaft, die trotz der einfachen Sprache, sehr gewunden erscheint und nur selten einen offensichtlich Einblick in die Bedeutung des Moments gewähren. Lediglich der Song “Connective” dürfte dabei noch relativ einfach zu kategorisieren sein – nicht zuletzt wegen der Ansage während des Auftrittes beim Way of Darkness Festival 2011. Eine nette Einbindung ist der Dialog im Track “Preperation Dialog” zwischen den beiden Protagonisten des Songs. Erinnert spontan ein bisschen an die verworrenen Geschichten von Samsas Traum, ist jedoch bei Absent/Minded deutlich klarer und keinesfalls aus dem Kontext gerissen.

Metal Hammer Dezember 2011

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Metal1.info (LINK) und Sunvemetal.de – (Bericht vom WOD 2011)

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Die gerade einmal drei Jahre junge Band ABSENT MINDED hatte die Aufgabe, den zweiten Festivaltag musikalisch zu begrüßen und stellte mit ihren beeindruckenden Death/Doom–Kreationen auch gleich die genretechnische Ausnahme auf dem WAY OF DARKNESS dar. „Fett, erdig, organisch“, so beschreiben die Jungs ihren Sound ziemlich treffend. Für eine mit 11 Uhr betitelte aufstehunfreundliche Zeit war es für einen Samstag verblüffend gut gefüllt, was allerdings dem gelieferten donnernden Klangfutter des Quartetts mehr als Rechnung trug. Dazu eine visuell bannende Bühnenshow, so dass die allein schon viel zu kurzen 20 Minuten definitiv zu schnell um waren. Schade, schade. Ergo: wer von ABSENT MINDED noch nie etwas gehört hat, sollte diese Wissenslücke schleunigst schließen und allen Labels sei geraten: schnappt euch die Jungs, bevor es jemand anderes tut.

Setlist:
3 Letter Code
Pulsar
Connective
God Of Lie

 

 
 
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